Kommentar: Apple Special Event vom 23.10.2012

Tim Cook

Tim Cook

In verschiedenen Medien wie Zeit oder Apfelnews regen sich die Journalisten über das Verhalten von Tim Cook beim Apple Special Event vom 23.10.2012 auf, bei dem das kleine iPad sowie neue Macs angekündigt wurden. Eine „Inflation von Superlativen und Selbstbejubelungen“ wird da festgestellt. Zwar setzt Patrick Beuth von der Zeit seine Kritik in den richtigen Rahmen, wenn er feststellt, dass Apple da nicht alleine ist und auch etwas verkaufen will. Aber dennoch greift er meiner Meinung nach zu kurz.

Hat jemand bei Steve Jobs gezählt, wie viel Superlative oder beschönigende Adjektive er verwendet hat? Ich wüßte nicht. Und zwar weil Steve Jobs Apple war. Ihm hat man das abgenommen, wenn er die Produkte über den grünen Klee gelobt hat. Egal wie oft er „amazing“ oder ähnliches ausgerufen hat. Seine Vita und Persönlichkeit hat das ausgeglichen. Das Problem von Cook ist, dass er nicht Steve Jobs ist und auch künftig kaum in dessen großen Fußabdrücke passen wird. Meiner Meinung nach weiß Cook das auch. Nicht umsonst hat er nach dem Tod von Jobs den Führungskräften eine „Bleibeprämie“ in Aktienform ausgezahlt. Und nicht umsonst hat Phil Schiller auf dem Special Event so viel Raum bekommen.

Ich war nicht auf dem Event, ich hab‘s per Video angesehen. Vielleicht bin ich ja durch die vielen Pressekonferenzen abgestumpft, bei denen man 30 oder gar 60 Minuten nur mühsam überstanden hat, weil die Superlative nur so auf einen heruntergeprasselt sind. Und die Kernaussage dabei locker in zwei, drei Minuten gepasst hätte. Tim Cook war davon weit, weit entfernt.

Was jedoch mit diesem Sturm im Wasserglas überdeckt wird, sind die wesentlicheren Punkte dieses Events. Nicht die neuen Produkte, nein. Sondern dass Apple mit dem kleinen iPad nicht vorangeht. Apple reagiert lediglich auf die Konkurrenz und das noch nicht einmal mit einem revolutionierenden Tablet. Oder dass Apple immer mehr auf optische Laufwerke verzichtet. Oder dass Apple so nebenbei den iMac als eigentliches Flaggschiff des Hauses deklarieren lässt. Christopher Jakob

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