Test: FileMaker Bento 3

Bento 3

Programmfenster Bento 3

Die Mac-Datenbank FileMaker Bento ist für eine private oder geschäftliche Nutzung gedacht, aber nicht für den Einsatz im Workflow einer größeren Gruppe. Die Anwendung soll dem Hersteller zufolge im Heimbereich die Lücke zu FileMaker Pro schließen und ist für die Verwaltung von Kontaktdaten, iCal-Terminen, Fotos und anderen Dateien vorgesehen. Im Jahr 2008 hat die Apple-Tochter FileMaker die erste Version der Datenbank herausgebracht. Mittlerweile ist Bento bei der Versionsnummer 3.0.4 angekommen. In dieser Generation bringt Bento drei Hauptneuerungen: die Datenbank zeigt auf dem Rechner vorhandene iPhoto-Bibliotheken an, bietet eine Gitteransicht und erlaubt übers Netzwerk bis zu fünf Nutzern Zugriffe auf eine Bento-Bibliothek.

 

Die Integration von iPhoto

 

Für viele Anwender dürfte die Integration von iPhoto der wichtigste Punkt sein. Bento zeigt beim ersten Start automatisch die iPhoto-Bibliothek in der linken Spalte an. Die Bilder lassen sich mit Projekten, Ereignissen und Kontakten verbinden sowie mit weiteren Informationen versehen. Jedoch besteht ein wesentlicher Unterschied zu der datenbankinternen Handhabung von iCal- oder Adressbuch-Informationen. Denn bei diesen beiden Datenarten werden alle Änderungen auch in den Anwendungen iCal und Adressbuch wirksam. Veränderungen an den Fotos in Bento werden nicht an iPhoto weitergegeben. Bei der Arbeit mit den iPhoto-Bildern ist zudem die neue Gitteransicht von Bento gut geeignet, um eine Übersicht über die Fotos zu erhalten.

 

Netzverbindungen

 

freigabe

Einstellungen von Bento zur Freigabe der eigenen Daten

Seit dieser Version ist die Datenbank nicht mehr ganz so privat wie bisher, denn nun lässt sich die Bibliothek mit bis zu fünf anderen Bento-Nutzern teilen. Vorausgesetzt die befinden sich im selben lokalen Netz. Die Software erkundet die weiteren Bento-Nutzer automatisch via Bonjour. In den Programmeinstellungen lässt sich deshalb festlegen, welche Informationen übers Netz geteilt werden und ob ein Passwort für den Zugriff abgefragt wird. Außerdem kann der Bibliothekseigner festlegen, ob die Gäste Daten ändern dürfen oder lediglich eine Einsicht erhalten. Aber auch bei einer Freigabe für einen Eingriff bleiben die iCal-Daten weiterhin geschützt.

Dies ist nicht der einzige Punkt im Hinblick Sicherheit. Mit Bento 3 kommt die weitere Option, wichtige und sensible Informationen mit einem Passwort vor fremden Blicken zu schützen. Dieses Feature lässt sich auch nicht durch einen normalen Sync zwischen iPhone respektive iPod touch und dem Mac mit Bento umgehen. Allerdings sollte man unbedingt das Passwort nicht vergessen, denn sonst sind die eigenen Daten in dem Formularfeld nicht wiederherzustellen.

 

Weitere Neuerungen

 

Neben diesen Neuerungen hat FileMaker der Datenbank noch 10 neue Templates mitgegeben. Hier sollte jedoch auch erwähnt werden, dass sich die in Bento vorhandenen Vorlagen übers Internet mit weiteren kostenlosen Vorlagen ergänzen lassen. FileMaker bietet dazu extra eine Website an, auf der die Templates hoch- und herunterzuladen sind. Des Weiteren lassen sich jetzt Bibliotheksordner anlegen, um im Programmfenster Platz zu sparen und Ordnung herzustellen. Kommunikationsfreudige können bei Bedarf via Apple Mail Gruppennachrichten versenden. Außerdem steht die Option bereit, ein leeres Formular auszudrucken sowie ein Bild in ein Formular einzufügen, das dann in allen anderen auch angezeigt wird.

 

Kleiner Bug mit Tradition

 

Was die Entwickler jedoch mindestens seit der Version 2 übersehen haben, ist ein vom Übersetzer der deutschen Ausgabe vergessener Menübefehl. Nicht tragisch, das ist klar, zumal der Befehl ja noch versteckt ist. Aber vielleicht schafft es FileMaker beim nächsten Update respektive der nächsten Version im Menü „Ablage“ den Befehl „Close all“ zu lokalisieren. Dieser lässt sich bei geöffnetem Menü mit dem Einsatz der Wahl-Taste hinter dem normalen Befehl „Schließen“ aufrufen.

 

Fazit

Da dieser kleine Bug die Handhabung von Bento nicht beeinflusst, bleibt die Einstufung bestehen: Bento ist eine kleine handliche Datenbank, die Aufgaben für einen Privat- und sogar für einige Geschäftsanwender bequem und zuverlässig erledigt. Die Bedienung ist einfach und übersichtlich, auch wenn man sich als Einsteiger in der Regel etwas einarbeiten muss. Wir geben der Anwendung somit im Hinblick auf die Zielgruppe ein „sehr empfehlenswert“ mit auf den Weg.

Eine Lizenz für Bento schlägt mit rund 40 Euro zu Buche. Die Systemvoraussetzungen für die Mac-Anwendung sind mindestens ein Prozessor der Kategorie PowerPC G4 mit 867 MHz, Mac OS X 10.5.7 und 512 MByte RAM. Christopher Jakob

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