Test: Sanyo Xacti E6

Mit einem 3-Zoll-Display, einfacher Handhabung und einem eleganten Gehäuse peilt Sanyo mit der Xacti E6 das Lifestyle-Umfeld an. Punkten will die Kamera dabei mit besonderer Technik. Drei technische Aspekte dominieren das von Sanyo im November 2005 auf den Markt gebrachte Modell VPC-E6: Ein Touch-Sensor, der schon beim Berühren des Auslösers den Autofokus aktiviert, ein sehr großen 3,0-Zoll-Display sowie ein Objektiv, das auch beim Einsatz der Kamera im Gehäuse verbleibt.

Objektiv und Fokussierung

Das 3fach-Zoom der Xacti VPC-E6 verfügt über einen umgerechneten Brennweitenbereich von 38 bis 114 Millimetern. Die Lichtstärke fällt von f3,3 bei kürzester Brennweite nur geringfügig auf f4,0 bei längster Brennweite ab. Allerdings ist das Objektiv mit einer größten Blende von f3,3 im Weitwinkelbereich schon etwas lichtschwach. Der gewünschte Brennweitenbereich lässt sich in acht Schritten mittels einer Zoomwippe ansteuern. Das Objektiv bleibt auch beim Einsatz der Kamera immer im Gehäuse. Die Messfeldwahl des 9-Punkt-Autofokus behält sich die Kamera vor. Alternativ kann man die Schärfe auch über eine Spotmessung ermitteln lassen. Mit dem manuellen Fokus lässt sich der Schärfepunkt in 15 Schritten von einem Zentimeter auf Unendlich festlegen. Ein kontinuierlicher Autofokusmodus ist vorhanden. Ein zuschaltbares Autofokushilfslicht fehlt diesem Sanyo-Modell.

Im Makromodus stellt die Xacti E6 Motive noch bis zu einem Objektivabstand bis zu einem Zentimeter scharf, wobei eine Bilddiagonale von 18 Millimetern und 201 Pixel pro Millimeter erfasst werden. Damit verfügt die E6 über einen beeindruckenden Makromodus, der sogar an die sehr guten Werte der Cyber-shot DSC-T3 von Sony aufschließt.

Belichtungssteuerung

Die Xacti VPC-E6 bietet eine einfache Handhabung bei der Belichtungssteuerung. Neben der vollautomatischen Belichtungssteuerung stehen 6 Motivprogramme bereit. Die Kamera wählt dabei die Verschlusszeiten zwischen einer 1/2 und 1/2000 Sekunde sowie eine Blendenöffnung zwischen f3,3 und f8,0 aus. Die Wahl der Empfindlichkeit kann man ebenfalls der Kamera überlassen oder zwischen ISO 50 und ISO 400 manuelle festlegen. Eine zusätzliche Eingriffsmöglichkeit ist nur über die Belichtungskorrektur des Lichtwerts möglich, der sich in Eindrittelschritten bis zu ±1,8 EV beeinflussen lässt. Außerdem kann man mit einer Belichtungsreihe die Verschlusszeit in vier Stufen variieren. Der Weißabgleich erfolgt automatisch oder mittels vier Voreinstellungen. Auf Wunsch kann man den Weißabgleich auch manuell festlegen. Eingriffe in die interne Bildbearbeitung lassen sich über die Kontrolle der Schärfe, Farbsättigung und des Kontrasts vornehmen. Allerdings nur durch die positive Verstärkung der jeweiligen Parameters mittels eines Schrittes. Bei längeren Belichtungszeiten schaltet sich automatisch eine Rauschunterdrückung zu, sodass keine Hotpixel entstehen.

Ausstattung und Handling

Dominierendes Merkmal der Xacti E6 ist der 3,0 Zoll große Monitor, der beinahe die gesamte Kamerarückseite bedeckt und mit 230 000 Pixeln gut auflöst. Der verbleibende Platz auf der Rückseite belegen die Bedienelemente Zoomwippe, Steuerungs-Joystick sowie der Button für das Menü und die Wiedergabeansicht. Einen freien Gehäusebereich für das Auflegen eines Daumens, damit man die Kamera mit der echten Hand fest und sicher halten kann, bleibt nicht übrig. Deshalb legt man den Daumen dann auf das Display. Dabei bedeckt man entweder die Motivwiedergabe oder verkleinert per Kameramenü das Live-Bild des anvisierten Motivs auf dem Monitor. Dadurch gehen zwar die Vorzüge des großen Monitors verloren, da auf dem Display neben der Motivwiedergabe ein ungenutzter, schwarzer Raum entsteht. Aber man verdeckt zumindest keinen Bildbereich der Motivwiedergabe. Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob ein 3,0-Zoll-Monitor für das Anvisieren eines Fotomotivs mehr Vorteile bringt als ein 2,5-Zoll-Display. Die Hauptvorzüge liegen unserer Ansicht nach, bei der nachträglichen Betrachtung und dem Vorzeigen der aufgenommenen Bilder. Damit rückt die E6 in Richtung einer portablen Bilddatenbank.

Ein so genannte Touch Sensor soll für eine schnellere Auslösereaktion der Kamera sorgen. Sobald man in diesem Modus den Auslöser leicht berührt, stellt der Autofokus schon die Schärfe ein. Die Technik ersetzt im Grunde das halb Herunterdrücken des Auslösers, das üblicherweise den Autofokus zum Motiv Scharfstellen bewegt. Damit positioniert sich die Technik zwischen der klassischen Autofokusfunktion sowie einem kontinuierlichen Autofokus, über den die E6 ebenfalls verfügt. Auf unsere Testzeitmessung hatte die Touch-Sensor-Technik keinen Einfluss. Die für alt gediente Digicam-Fotografen etwas gewöhnungsbedürftige Technologie lässt sich auch deaktivieren.

Der Inhalt des internen Speichers von 16 MByte kann man via Menübefehl auf eine eingelegte SD-Karte kopieren, die optional gekauft werden muss. Die Auflösung des CCD-Sensors von 6 Megapixeln lässt sich auf 10 Megapixel interpolieren. Damit sind Fotos in einem Bildformat von 3680 x 2760 möglich.

Die Videofunktion der Kamera ist mit einer Auflösung von 640 x 480 Pixeln sowie bis zu 30 Bilder pro Sekunde gut. Das optische Videozoom lässt sich über das Menü Ein- und Ausschalten. Während der Aufnahme eingesetzt, nimmt die Kamera das kratzende Geräusch des Zoommotors jedoch sehr laut auf, so dass beim Abspielen die Tonwiedergabe von dem Geräusch deutlich hörbar überlagert ist. Die Kamera ist mit einer USB-Schnittstelle der Generation 2.0 ausgestattet, mit der sich 2,8 MByte pro Sekunde übertragen lassen.

Geschwindigkeit und Bildqualität

Rund 1,5 Sekunden vergehen, bis die Xacti E6 nach dem Einschalten aufnahmebereit ist. Mit Vorfokussierung benötigt die Kamera kurze 0,04 Sekunden zum Auslösen. Inklusive der Zeit zum Fokussieren, vergehen bei kürzester Brennweite noch schnelle 0,7 Sekunden, bei längster Brennweite 0,8 Sekunden. Von Bild zu Bild verstreichen 2 Sekunden, was 0,5 Bilder pro Sekunde entspricht. Im Serienbildmodus nimmt die Kamera 2,5 Bilder pro Sekunde auf. Lässt man die Auflösung auf 10 Megapixel interpolieren, sinkt die Bildfolgezeit auf 2,5 Sekunden. Ein Serienbildmodus ist hier deaktiviert und steht somit nicht zur Verfügung.

Die Xacti E5 löst 1350 Linien pro Bildhöhe auf. Bei der Nennempfindlichkeit ist das Helligkeitsrauschen mit einem Rauschabstand von 13,3 dB noch relativ gering. Ebenso das Farbrauschen mit 0,9 Prozent. Aber schon bei ISO 200 beträgt der Rauschabstand 10,8 dB und das Farbrauschen erreicht 1,8 Prozent. Bei einer Empfindlichkeit von ISO 400  sind keine qualitativ guten Bilder mehr möglich. Hier sinkt der Rauschabstand auf 9,3 dB und das Farbrauschen steigt auf unübersehbare 3,0 Prozent. Befriedigende Ergebnisse erreicht die Kamera beim Weißabgleich. Unter Tageslicht kommt es zu einer Fehlerquote von 8,4 Prozent, bei Kunstlicht von 11,9 Prozent. Das im Gehäuse untergebrachte Objektiv verzeichnet bei kürzester Brennweite mit 2,6 Prozent sowie im Telebereich mit 2,1 Prozent relativ stark.

Fazit

Sanyo bietet mit der Xacti E6 eine interessante Lifestyle-Kamera mit guter Bildqualität und Geschwindigkeit an. Die besonderen Technikmerkmale wie der Touch-Sensor, die das Modell von anderen Kameras absetzt, sind ein schönes Beiwerk, dürften aber in den meisten Fällen keinen großen Nutzem beim Fotografieren bringen. Der gute Makromodus begeistert uneingeschränkt.

Schreibe einen Kommentar