Test: Apple iWeb 09

Oberfläche von iWeb 3.0.1

Oberfläche von iWeb 3.0.1

Keine größeren Neuerungen könnte man meinen, wenn man sich die Liste der Features von iWeb 3.0 zum ersten Mal ansieht. Jedoch springt einem schon beim ersten Start der Version 3 von iWeb eine Veränderung ins Auge: Apple hat den Zugriff auf diverse Medien direkt in das Hauptfenster verlegt und damit vereinfacht. Der Anwender hat so einen direkten Zugriff auf Audio, Fotos, Filme und Widgets. Mit letztgenannten lassen sich per Drag-and-drop einfach und im Handumdrehen unter anderem Google Maps, YouTube-Clips oder HTML-Bausteine in eine Seite einfügen. In iWeb 2 befanden sich die Medien noch in einem kleinen, separaten Extrafenster. Die einzelnen Widgets lassen sich in iWeb 3 nach dem Einfügen in das Webseitenprojekt in der Größe leicht anpassen und verschieben. Die neue Facebook-Anbindung kann für einige Anwender interessant sein. Aber dass sich nun das Management der Seiten frei durchführen lässt, bringt den meisten iWeb-Nutzern etwas.

FTP-Übertragung

 

FTP-Einstellungen in iWeb 3.0.1

FTP-Einstellungen in iWeb 3.0.1

Eine nicht auf den ersten Blick erkennbare Neuheit ist die integrierte FTP-Übertragung. Und dies ist wohl die wichtigste Neuheit, die auch gleich für Aufruhr sorgte. Denn negative Schlagzeilen hat iWeb 3.0 gemacht, als bekannt wurde, dass die Anwendung Probleme mit der FTP-Übertragung hat. In meinem Test gab es keine Übertragungsprobleme mit dem in iWeb 3 eingefügten FTP-Client. Jedoch habe ich iWeb nach dem Update auf die Version 3.0.1 und im Zusammenspiel mit Strato getestet. Und somit ist bei mir die erste Programmversion in Aktion, die Apple nach dem Bekanntwerden des Problems veröffentlicht hat.

Die Apple-Entwickler haben mit der Integration des FTP-Clients einen guten Schritt nach vorne getan und somit die Anbindung an einen kostenpflichtigen MobileMe-Account weiter gelockert. Denn in der letzten Version musste man noch die gesamte Webseite zuerst in einen Ordner auf dem eigenen Computer exportieren. Anschließend war noch ein FTP-Client eines Drittherstellers nötig, um die Webpräsenz endlich auf den Server zu bekommen. Nun geht dies direkt auf Knopfdruck aus iWeb heraus. Und das gesamte Hochladen aller Dateien ist auch nicht mehr nötig, da sich Änderungen nun auch separat hochladen lassen.

Ein nettes Detail ist hier noch die Schaltfläche „Verbindungstest“, mit der die Angaben für die FTP-Verbindung überprüft werden können.

Weiterhin bleiben einige Features von iWeb nur MobileMe-Anwendern vorbehalten. So funktionieren außerhalb des Apple-Diensts der Kennwortschutz, die Kommentare für Blogs und für Fotos sowie die Blog-Suche und der Besuchszähler nicht.

 

Bug-Beseitigung

 

Nebenbei hat Apple nun auch endlich einen sehr ärgerlichen Bug beseitigt. In iWeb 2 hatten deutsche Anwender Probleme, wenn sie einen Blog aufgebaut haben. In der von iWeb vorgegebenen URL-Bezeichnung kam ein Umlaut vor (Einträge) und diesen Umstand nahmen einige Provider mit Apache-Server übel. Die Folge war, dass zwar die Startseite des iWeb-Blocks funktionierte. Klickte man jedoch auf einen Beitrag, gab es nur eine Fehlermeldung und der Blog-Eintrag wurde nicht angezeigt. Mit iWeb 3.0.1 ist dieses Problem bei mir im Test nicht mehr aufgetreten.

 

Fazit

Für Professionelle ist iWeb sicherlich nicht empfehlenswert. Doch für Anfänger respektive Unbedarfte in Sachen Webpublishing bietet iWeb 3 eine einfache Bedienung und schöne Ergebnisse. Besonders die Möglichkeit, direkt aus dem Programm heraus die Änderungen via FTP auf den Server zu laden, ist sehr angenehm. Die gesamten Neuerungen hauen einen vielleicht nicht vom Hocker und rechtfertigen alleine den Kauf des iLife-Pakets nicht. Aber in der Software-Schachtel befinden sich ja auch noch iPhoto 09 und iMovie 09, die von Apple stärker überarbeitet wurden. Ich bewerte daher iWeb 3.0.1 im Hinblick auf seine Zielgruppe mit „empfehlenswert“.

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